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Das Dominakartei-Interview mit Lady DarkWing

 
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globetrotter



Anmeldedatum: 19.09.2008
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 25.01.2009, 17:56    Titel: Das Dominakartei-Interview mit Lady DarkWing



Wie kamen Sie auf die Idee Domina zu werden?
Gar nicht. Von einer Idee kann man im meinem Fall nicht sprechen, sondern von einer langen Entwicklung. Eigentlich wollte ich nie in dieser Schiene tätig werden, hauptsächlich da ich in meiner Umgebung sehr viele Negativbeispiele kennen gelernt habe die Ihre Rolle überhaupt nicht mehr ablegen konnten.
Darüber hinaus: Die Vorurteile, die sich immer noch hartnäckig halten, und sich darum drehen, das ein Fetisch-Model - und das bin ich nun einmal auch - keine gute Domina sein kann. Komisch, wie ich finde, ist dann allerdings der umgekehrte Fall, den offenbar niemanden interessiert nämlich warum enorm viele Dominas auch modeln. Da stimmt doch was nicht. Dann könnte ich ja auch behaupten, dass eine Domina kein gutes Model sein kann. Man sollte einfach nicht alles globalisieren, sondern von Fall zu Fall entscheiden.
Zusätzlich dazu kommt, dass ich weder Passiv noch Aktiv/Passiv bin - was für viele Studios schon ein KO-Kriterium zu sein scheint. Weitere Ausführungen dahingehend spare ich mir an dieser Stelle, da sonst das Geschrei wieder groß ist.
In meiner Profession als Fetish-Model war ich natürlich auch öfters in den Bereichen Femdom, SM und Latex tätig, und so lernte ich auch schnell jede Menge Praktiken kennen. Nach einiger Zeit beschloss ich dann das Gelernte umzusetzen - und so wurde ich dann zur Domina. Hinzu kommt auch meine Tätigkeit als Künstlerin. Durch meine Bilder, die vorwiegend starke Frauen zeigen, wurde mir irgendwann klar, dass ich mich unterbewusst schon ewig mit diesem Thema befasst habe. Irgendwann trat dann alles an die Oberfläche...
Maßgeblich natürlich auch: Die Nachfrage und der Spaß am Quälen mit Bedacht.

Wann haben Sie bemerkt dass Sie dominante Neigungen haben und wie haben sich diese dargestellt?
Ich war schon immer sehr selbstständig (und das teilweise, weil es gar nicht anders ging) und habe gelernt mich zu behaupten. Um zu bestehen, vor allem geschäftlich, heißt es meiner Meinung nach selbstbewusst, stark und herrisch aufzutreten. Und das alles liegt in meiner Natur. Diese Neigungen haben sich also im Gegensatz zur Profession Domina nicht entwickelt, sondern waren bereits da. Ist wohl Teil meiner "Software". So ticke ich halt.

Wie würden Sie sich beschreiben?
Schwere Frage... man kann sich selbst nur schwer richtig einschätzen. Ist also sehr subjektiv.
Ich würde sagen, sehr verantwortungsbewusst, verständnisvoll, launisch, manchmal aggressiv und herrisch, belehrend, sensibel, konsequent, ironisch, fantasievoll, sadistisch, einfühlsam, selbstbewusst - und zu guter Letzt bin ich ein Realist.

Können Sie sich noch daran erinnern wie Ihr „Erster Arbeitstag“ war?
Ja, sehr gut sogar da diese Situation gar nicht solange her ist. Ich würde es im Nachhinein als Katastrophe mittleren Ausmaßes beschreiben.
Ich war zu Besuch in der Schweiz, hatte eine schrecklich acht Stunden dauernde Zugfahrt hinter mir und bin dann auch gleich ins kalte Wasser geworfen worden. Einen Gast, der in meinen Augen besser bei einer Prostituierten in Latex aufgehoben gewesen wäre, war mein erster, und vor allem ganz hoffnungsloser Fall.
Neben seinen unmöglichen Vorstellungen, die so gar nicht gingen, kam immenser Poppers-Konsum dazu. Heißt, der feine Herr war dicht bis unters Dach, und hat rein gar nichts mehr gepeilt. So kam es prinzipiell zu überhaupt nichts, bis auf die Tatsache, dass Halluzinationen ihm wohl vorgegaukelt haben, dass ich ihn halb totschlagen würde, obwohl ich noch nicht einmal ausgeholt hatte. Und sowieso - wollte der nur, dass an seinem Schwänzchen herumgezupft wird. Aber auch dahingehend funktionierte in dieser Region nach dem ganzen Poppers nicht mehr allzu viel, bis auf ein schwächliches letztes Aufbäumen. Da habe ich ihn dann einfach weggeschickt - runterholen kann er sich selbst einen.

Was bereitet Ihnen bei der Arbeit als Domina besonderes Vergnügen?
Wenn ich jemanden richtig schön leiden lassen kann, zusammen mit einer gehörigen Portion Erniedrigung (aber natürlich mit Bedacht und Verantwortung) - das ist schon was. Leider kommt das nur sehr selten vor, da offensichtlich viele Gäste ein Dominastudio mit einem Bordell verwechseln, und allem voran sexuellen Kontakt wünschen. Nicht mit mir, ich bin weder Bizarr-Lady noch Prostituierte, sondern eine reine Domina. Eine unberührbare Herrin, die bestimmt, wo es langgeht. Intimkontakt Fehlanzeige bei mir.
Leider scheint es immer mehr Dominas zu geben, die sich wegen finanziellem Druck, dem Gast beugen, und sexuelle Kontakte zulassen. Das öffnet Tür und Tor für eine ausufernde Welle einer Kundschaft, die meint, das wäre doch "normal". Ein Teufelskreis, in dessen Ring viele Dominas ihre Prinzipien über Bord werfen werden, weil es ums Überleben in einer mittlerweile viel zu überlaufenen Branche geht, die in vielen Fällen nichts mehr mit der Ursprungsbasis zu tun hat."

Wie bereiten Sie sich auf eine Session vor?
Das ist ganz unterschiedlich - so individuell wie auch die Gäste. Ich versuche am Telefon und beim Vorabgespräch soviel wie möglich über mein Gegenüber zu erfahren. Und das ist teilweise gar nicht so einfach. Da spielen zum Beispiel Dinge wie falsche Scham oder aber auch Unwissen und reine Selbstüberschätzung eine Rolle. Im Endeffekt kommen Halbwahrheiten und Übertreibungen dann bei der Session gar keinem zu Gute. Also, versuche ich vorab, soweit wie möglich, das Vertrauen des Gastes zu gewinnen, so dass er auch wirklich seine Fantasie erfüllt bekommt.
Was mich darauf bringt, dass einige Ausnahme-Gäste viel zu sehr vor bestimmten Videoproduktionen beeinflusst werden, und dort gezeigte Dinge, die ganz offensichtlich gefaked sind, für bare Münze nehmen, und sich Praktiken wünschen, die nicht nur extrem abstrus klingen, sondern auch noch lebensgefährlich wären. Da muss man als verantwortungsvolle Domina einschreiten, und die Grenzen des menschlichen Körpers aufzeigen. Denn merke: Körperteile und Organe wachsen nicht nach! Manchmal frage ich mich, ob teilweise abgelehnte Gäste, dann auch mal im Leichenschauhaus landen...
Zusammengefasst hat man als Domina vor der Session noch die Aufgaben einer Psychologin, Therapeutin und Biologielehrerin zu erfüllen.
Aber eine Pauschalisierung, was die Vorbereitung angeht, gibt es nicht."

Wie wäre der perfekte Sklave für Sie?
Oh, dieses Objekt der Begierde hab ich schon nahezu gefunden. Ein wunderbarer Sklave, den ich seit seit 5 Jahren "besitze".
Gut, er hat auch viele Tabus, da er absolut null Maso ist , aber er weiß genau, wie man eine Lady behandelt. Er ist so gut wie immer da, wenn ich ihn brauche, und er vernachlässigt nicht das reale Leben, was ich wirklich wichtig finde.
Außerdem nervt er mich weder mit dummen Fantasien noch mit hirnrissigen Forderungen á la 24/7, ist großzügig und mittlerweile schon eher ein "Freund mit weniger Rechten" als ein Sklave. Selbst mein Partner geht sehr freundschaftlich mit ihm um. Ist immer ganz lustig, wenn er ihn bemitleidet..."

Wie wäre Ihr perfekter Tag als Domina?
Na, erstmal das die Gäste auch mal zu den vollmundig versprochenen Termine wirklich erscheinen. Nichts ist schlimmer und sinnloser, als ein Gast, der mir 30 Minuten meiner Zeit stiehlt, seinen "Servicefetischismus" raushängen lässt, und dann keine Anstalten macht, im Studio zu erscheinen. Die Ungewissheit, ob nun tatsächlich jemand erscheint, gepaart mit der Unzuverlässigkeit mancher Menschen ist schrecklich. Für mich ein Hauptproblem der Branche, soweit es nicht um Stammkundschaft geht, denn die "Erstlinge", die aus irgendwelchen Gründen kalte Füsse bekommen, sind überhaupt nicht greifbar und unkontaktierbar.
Als nächstes, und davon kann auch jede Prostituierte ein laaanges Liedchen singen, wünsche ich mir, dass die Gäste auch wirklich die verdammte Dusche benutzen. Auf kontaminierte Mutanten aus der Zone des Gestanks kann ich nämlich gut verzichten.
Dann: Die Gäste sollten genau wissen wo sie sind, und wen sie vor sich haben. Ergo: Nicht etwas fordern, was sie angeblich woanders deutlich günstiger bekommen können. Zuguterletzt natürlich, dass sie sich völlig hingeben und mir ihr Vertrauen schenken. Dann macht die Session auch richtig Spaß, und nicht nur dem Gast sondern auch mir, der Domina

Hat Sie die Arbeit als Domina privat verändert?
Gute Frage die sicherlich mein Partner besser beantworten kann als ich, aber prinzipiell würde ich sagen "Nein" - da ich immer versuche, eine Balance zu halten - zumal Domina ja nicht mein Hauptberuf ist. Ich denke, ich bin sehr wohl in der Lage mein Privatleben von dieser Tätigkeit abzukapseln.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Wenn ich die mal habe... (lacht) Ich schau gerne Filme und Serien, Spiele ab und zu auch mal gerne Videospiele, zeichne (natürlich auch berufsbedingt), lese gerne Comics, gehe gerne mit Freunden weg, und versuche eigentlich, möglichst viel neues kennenzulernen und auch zu erlernen. Ich versuche meinen Erfahrungsschatz in allen möglichen Bereichen zu erweitern.

Derzeit schließen viele Studios. Macht sich die deutsche Finanzkrise auch in Ihrem Studio bemerkbar? Wo sähen Sie sich gerne in ca. 5 Jahren?
Gute Frage. Ich würde vorsichtig, und selbst jetzt, zu diesem Zeitpunkt, am Beginn, der Krise, sagen - ja - allerdings merkt man das nur begrenzt im Studio. Wie ich schon erwähnte, gibt es einen hohen Anteil von "Ausfall-Gästen", also Anrufern, die einem Termin zusagen, aber nicht erscheinen. Soweit mir bekannt ist, und das haben mir Mitarbeiterinnen und Bekannte bestätigt, ist das aber kein Zeichen einer Krise, sondern normal. Es gibt in dem Business eine Ausfallquote von 70-80 Prozent. Aber eines ist klar, falls die Wirtschaftskrise, obwohl ich sie für mich "Bubblegum Crisis" (wegen des unglaublichen Aufblähens der Finanzen, und dem immer größer werdenden Economy-Vakuum) nenne, richtig hart zuschlägt, werden Dominabesuche zu einem wirklich unnötigen Luxus, und das werden wir alle zu spüren bekommen. Dann geht´s ans Eingemachte, und dann tauchen anstatt 20-30 Prozent der veranschlagten Gäste, nur noch 5-10 Prozent auf - und somit sieht die Prognose erstmal düster aus. Es wird immer schlimmer, bevor es besser wird. Aber nachdem die Blase geplatzt ist, wird es wieder besser werden.
Fünf Jahre sind in dieser sich viel zu schnell bewegenden Zeit gleichzusetzen mit konventionellen 10-15 Jahren. Daher ist es schon fast vermessen, sich Gedanken darüber zu machen, wie´s dann aussieht. Ich hoffe aber positiv. Ich werde meinen Weg gehen.

Würden Sie sich in Deutschland noch einmal selbständig machen?
Oha, da werde ich wohl ohne Polemik nicht auskommen....Deutschland macht es Selbständigen sehr schwer. Es gibt unzählige Steine, vor allem bürokratischer Art, die einem in Weg gelegt werden. Darüber hinaus ist es ärgerlich, das finde ich zumindest, die Tatsache, dass man vom Staat praktisch keinerlei Hilfe zu einem vernünftigen Start bekommt. Lächerlich, so was. Gerade Neueinsteiger sind mittlerweile ganz arme Schweine, die man nur bedauern kann.
Man kann es so zusammenfassen: Der Staat ist schnell dabei, wenn es darum geht, die Hand aufzumachen, aber wenn er dir etwas geben soll, dann dauert´s.
Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich mir jedenfalls so ungefähr 340 mal überlegen, ob ich mich noch mal hier selbständig machen würde. Ich glaube, aber eher nicht. Eher in einem anderen Land. Vielleicht Holland?"

Welche Empfehlungen oder Tipps würden Sie jungen unerfahrenen Dominas mit auf den Weg geben?
Falls diese jungen Dominas es tatsächlich ernst meinen, und nicht irgendwelchen Trends nachzueifern versuchen, so kann ich nur wünschen: Viel Glück!
Und dazu noch: Ein weiteres Standbein. Ein Job, der garantiert das Geld einbringt, um die Fixkosten zu tragen. Außerdem müsst ihr hart im Nehmen sein, Naivität ist ein No-Go. Es wird Erfahrungen geben, und mit und an denen wächst man.Und vor allem: Zwingen kann euch niemand, irgendetwas zu tun.Und wendet nur Praktiken an, die ihr auch erlernt habt, Verantwortung ist äusserst wichtig - und zwar gegenüber euch und dem Gast


Nun noch ein paar Fragen zu Ihrem Memberbereich
Lohnt sich der Arbeitsaufwand für Ihren Memberbereich abzüglich Kosten für Fotograf und Webmaster?

Nein, nicht wirklich. Es ist schon mehr ein Hobby, die Kosten-Nutzen-Rechnung ist schon fast als unrentabel zu bezeichnen. Aber: Eine Website ist nun mal wichtig, ein Aushängeschild, dass sich vielleicht nicht direkt finanziell auszahlt, aber später möglicherweise Folgeaufträge und Gäste einbringen wird. Ist oft genug der Fall gewesen

Haben Sie in Ihrem Memberbereich sogenannte Stammkundschaft (Dauerabonnenten)?
Ja, selbstverständlich. Ohne die wäre es noch trauriger. Gerade Stamm-Member sind mir sehr wichtig. Es ist allerdings schwer herauszufinden, was das Mitglied wünscht.

Was bieten Sie Ihren Membern monatlich?
Jede Woche ein Update, zwei bis drei Fotoserien und zwei Videoclips im Monat. Mehr Videoclips, und das auch in weitaus längeren Versionen werden in einem zusätzlich angeschlossenen Clipstore angeboten. Davon gibt´s dann drei bis fünf pro Monat. Meine Seite dreht sich aber auch nicht um SM und Domination, sondern ist ein (Latex-)Fetishprojekt mit vielen exklusiven Outfits und einigen anderen Akteurinnen.

Planen Sie Änderungen in Ihrem Memberbereich?
Ja, mehr Videoclips und weniger Fotos. Vielleicht sogar eine Abspaltung des Grossteils Fotoserien in einen anderen Memberbereich. Darüber hinaus wird eine Fetish-Art-Memberseite - Hyperfemmes - geben, die sich hauptsächlich mit meinen Illustrationen beschäftigen wird.

Vielen Dank

Lady DarkWing (Leverkusen)
http://www.ladyc.eu/
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